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Die Spirale
in Verhütung und Kinderwunsch 14.03.2010 15:12von Kuschelmaus • Mitglied | 40 Beiträge
Alles dreht sich nur noch, die Schmerzen werden immer unerträglicher, dann plötzlich diese Übelkeit. Der Körper gefangen in einer (Teufels-) Spirale.“ Solche Schauermärchen existieren genug für das 2,5-3,5 cm große T-förmige mit Kupferdraht umwickelte Kunststoffstäbchen. Doch ist da was dran? Ist die Spirale besonders für junge Frauen eher ungeeignet? Und was richtet Sie wirklich im Körper der Frau an?
Alles dreht sich um die Spirale?
Es sind jetzt schon über 25 Jahre, seit sich in Deutschland vieles um die (Kupfer) Spirale dreht. Das dritt beliebteste Verhütungsmittel, gleich nach Pille und Kondom laut einer Umfrage aus dem Jahr 2003 der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, hat sich im Bewusstsein der Frauen in Sachen Verhütung manifestiert.
Aber gerade jungen Frauen und Mädchen wird häufig von der Verwendung der Spirale abgeraten. Doch warum?
Banale oder fatale Spirale?
Wer die nicht gerade ansehnliche „drahtige“ Spirale vor sich sieht, der könnte schon Angst bekommen. Vor allem, wie „dieses T-förmige Ding“ heil in der Scheide platziert werden soll. Doch darum kümmert sich in der Regel der Arzt/die Ärztin. Während einer gynäkologischen Untersuchung schiebt der Arzt mit einer speziellen Einführhülse die Spirale durch den Muttermund in die Gebärmutter. Die ganze Prozedur dauert nur kurz und ist meist mit einem leichten, wehenartigen Schmerz verbunden. Gegen den Schmerz hilft aber eine schmerzstillende Tablette, die man etwa 1 Stunde vor dem Eingriff einnimmt.
Hat man das Einsetzen erst mal überstanden, hat Frau das Vergnügen jedes halbe Jahr wiederzukommen, um den korrekten Sitz der Spirale vom Arzt per Ultraschall kontrollieren zu lassen. Und nachdem die Spirale bis zu fünf Jahre in der Gebärmutter verbleiben kann, kommt dieses „Vergnügen“ die Frau nicht selten „teuer zu stehen“. Meistens muss man nämlich die Ultraschalluntersuchung noch extra privat bezahlen. Und die Einlage (bis 150 bzw. 200€) ist ja schon nicht ganz günstig.
Ob die Spirale am rechten Fleck sitzt, kann Frau aber auch ganz leicht selber nach der Regelblutung überprüfen.
Am unteren Ende der Spirale befindet sich nämlich ein Fädchen, der aus dem Muttermund in die Scheide hineinragt und sich mit der Hand ertasten lassen sollte. Alles in allem ganz banal, oder? Zumindest für ältere Frauen, die bereits Kinder zur Welt gebracht haben. Jungen Frauen und Mädchen wird die Spirale eher nicht empfohlen, weil sie Entzündungen im Beckenraum auslösen können.
Das löst die Spirale aus
Erste Regel: Am Ende oder gleich nach der Regel. Das sollte sich jede Frau, die sich für die Spirale entscheidet, merken. Denn wenn die Spirale in den letzten Tagen oder kurz nach der Menstruation eingesetzt wird, kann definitiv ausgeschlossen werden, dass die Spirale nicht erst eingesetzt wird, obwohl schon eine (bis dato noch unentdeckte) Frühschwangerschaft vorliegt.
Doch was passiert dann im Körper, wenn die Spirale ihren „Platz eingenommen hat?“
Die Kupferspirale gibt laufend kleine Kupferteilchen ab. Diese Teilchen bremsen zum einen die Spermien in ihrer Beweglichkeit so aus, dass sie die Eileiter kaum erreichen können und so dass keine Befruchtung erfolgen kann.
Zum anderen stören sie erheblich den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut. Wenn also doch einmal eine Eizelle befruchtet werden sollte, ist die Einnistung in die Gebärmutter dadurch ausgeschlossen. Bei Hormonspiralen findet sich anstelle des Kupferdrahtes ein „Depot“ des Hormons Gestagen. Die Wirkungsweise ist aber die gleiche wie bei der Kupferspirale.
Vorteile der Spirale
Mit einem Pearl Index von 0,9-3 (in einem Anwendungsjahr werden also von 100 Frauen max. 3 schwanger) gehört sie zu den sehr sicheren Verhütungsmitteln
Langfristiger Schwangerschaftsschutz (bis zu 5 Jahren) ist gewährleistet.
Der natürliche Zyklus wird nicht beeinträchtigt (im Gegensatz zur Pille, bei der in der einnahmefreien Woche nur eine Hormonentzugsblutung auftritt), tritt bei der Spirale die Regelblutung ganz normal auf.
Sie lässt sich sogar bis zu 5 Tagen nach ungeschützten Geschlechtsverkehr noch als „Notfallverhütung“ einsetzen und verhindert so die Einnistung einer befruchteten Eizelle in die Gebärmutter.
Nachteile der Spirale
Stärkere und längere Monatsblutungen können auftreten
Ausfluss und Zwischenblutungen passieren häufiger.
Bakterielle Entzündungen können durch die Spirale gefördert werden. Über das Rückholfädchen können die Bakterien von der Scheide ins Innere der Gebärmutter gelangen und dort zu Unfruchtbarkeit führen
Das Risiko einer solchen Infektion wird durch häufigen Geschlechtsverkehr mit wechselnden Partnern erhöht
Bei jungen Frauen, die noch keine Geburt hinter sich haben, kann die Spirale in den ersten zwei Jahren ausgestoßen werden
Starke Regelschmerzen und wehenartige Unterleibsschmerzen sind bei jungen Mädchen keine Seltenheit
Im Falle einer Schwangerschaft sollte die Spirale von einem Arzt gezogen werden. Es kann eine Fehlgeburt folgen
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